Es gibt drei Kategorien von Weihnachtspartyteammitgliedern. Die Einen sind die grauen Mäuse, die in solchen Dingen ihre Erfüllung sehen. Es sind dieselben, die zu Geburtstagen und ähnlichen Anlässen immer mit einer Karte rumgehen und Geld für irgendwelche Geschenke einsammeln. Die Anderen sind aus dem mittleren Management, die das als Gelegenheit ansehen, sich mal wieder in den Mittelpunkt zu rücken und somit Punkte beim Chef zu sammeln. Die Restlichen sind die, die eigentlich nur eine gute Party organisieren wollen. Ich gehöre zur vierten Kategorie mit dem Titel Dumm gelaufen.
Eigentlich wollte ich den Chef nur so nebenbei fragen, ob er denn schon genug Leute zusammenhätte für dieses Jahr. Mit den Worten: „Oh, Du meldest Dich freiwillig! Dann sind wir genug…“ ließ er mich dann stehen und ich war im Team. Ganz toll. Immerhin sind im restlichen Team keine Leute, die dieses nur als Mittel zum Zweck sehen. Nur ich bin etwas deplaziert. Ich bin in solchen Dingen nämlich überhaupt nicht kreativ.
Dazu kommt noch, daß das Ganze ziemlich knapp wird. Es sind nur noch zwei Wochen und bis jetzt so gut wie gar nichts organisiert. Zudem ist die Latte durch die letzten Jahre auch ziemlich hoch gelegt. Aber was macht man mit 50 Leuten, die extrem unterschiedlich sind, um die einen Abend gut zu unterhalten. Alleine das richtige Essen ist schon immer eine Herausforderung. Buffet will der Chef nicht, also Menu. Fisch ist immer problematisch, etwas Vegetarisches muß auch dabei sein. Nur nicht zu wenig, sonst gibt es Mecker. Am Besten ist immer noch italienisch, das mag fast jeder. Und ist total langweilig.
Zudem noch Programm: Bowling findet die Hälft doof, Kino die andere. Etwas Sportliches wäre schon gut, aber da gibt es dann immer die, die sich abseilen und die dann schlechte Stimmung verbreiten. Und je ausgefallener es wird, um so größer die Gefahr. Eigentlich kann man nur verlieren, denn wen es schlecht wird, kriegt man einen auf den Deckel, und wenn es gut wird, wird es eben so hingenommen. Nur wenn es überragend ist, kann man Lob einstecken. Aber das wird wirklich schwer.
Genug jetzt mit dem Weblog, kommen wir zu etwas ganz anderem. Zum Beispiel Werbung:
Ich muß ja sagen, ich mag gut gemachte Werbung. Nicht etwa, daß ich in den Werbepausen nicht gerne zappen würde. Aber manchmal, wenn man so nichtsnutzig auf dem Sofa liegt, ist man einfach zu faul, um die Fernbedienung zu holen, die auf dem Tisch gerade außerhalb der Reichweite liegt. Oder manchmal darf man auch nicht, weil die Macht in anderen Händen liegt. Und dann schaue ich schon mal gerne gut gemachte Werbung.
Wobei die Betonung auf
gut gemacht liegt. Schlechte Werbespots gibt es ja bekanntlich jede Menge. Aber wirklich grottenschlechte Spots sind selten. Nein, ich spreche hier nicht von Tamponwerbung. Darüber haben schon andere hergezogen ("Ich habe noch nie eine Frau aus der Hand bluten sehen...",
Michael Mittermeier). Ich spreche hier von der unsäglichen Werbung für alle Kinder Produkte, also Kinder-Schokolade, Kinder-Country, Kinder-Schoko-Bons, Milchschnitte... obwohl, mit den Klitschko-Brüdern sind die Milchschnittespots ja geradezu rasend komisch und überaus originell geworden, jedenfalls im Vergleich zu vorher. Ist ja auch kein Kinderprodukt, sondern die Zielgruppe scheint da eher
sportliche Erwachsene zu sein.
Aber die Spots für die anderen Produkte ziehen mir jedesmal die Strümpfe aus. Hölzerne Dialoge, schlechte Schauspieler und eine Filmwelt, die so künstlich aussieht, daß man eigentlich ständig damit rechnet, irgendeine Kulisse würde umkippen. Schön zum Beispiel die Schoko-Bons: Die Reime sind so platt, das tut schon richtig weh. Und diese ständig grinsenden Kinder mit ihren neunmalklugen Sprüchen. Ein bißchen erinnert mich das an die alte Mentos-Werbung, wo die am Schluß nach irgendeiner super-intelligenten Aktion den Daumen in die Luft streckten. Immerhin haben die Leute bei Mentos kapiert, daß die Werbung peinlich ist, und lassen nun Schafe auf Rasenmähern Hunde platt fahren.
Die anderen Spots sind aber auch nicht besser. Milchjipern (was für ein Wort), Schokoladengeschmack, den man hören kann, und komische Nashorn-Zeppelinen muß man da über sich ergehen lassen.
Ich kann mir das so richtig vorstellen, wenn die Marketing-Leute von Ferrero mal wieder einen neuen Spot für Kinder-Schokolade wollen. Die beauftragte Werbeagentur holt ihre kreativsten Köpfe zusammen, schlägt ein völlig neues, zielgruppengeprüftes und preisverdächtiges Konzept vor und die sagen dann am Schluß: "Och nöh, die Marken kennt ja doch eh jeder, da muß man nicht auch noch kreativ sein. Holt ein paar Kinder zusammen, laßt sie ihre Eltern verarschen und jede Menge Schokolade mampfen. Das hat bisher auch immer geklappt." Oder aber es ist immer noch die gleiche Agentur mit den gleichen Leuten, die schon Anfang der Fünfziger Jahre die Werbung gemacht hat.
Aber die Konkurrenz ist auch nicht besser. Oder nimmt irgendwer dieser Taxifahrerin ab, daß sie ganz zufällig gerade daherkommt mit ihren Knoppers, die sie eben gekauft hat, wenn das Kamerateam jemand sucht, der eben Knoppers gekauft hat. Diese Produkte ließen sich doch bestimmt super vermarkten. Oder bin ich einfach nur nicht Zielgruppe dafür?
Ich glaube, ich guck mal, ob ich irgendwo noch Schokolade auftreiben kann. Die macht ja bekanntlich glücklich. Weiß auch nicht, wie ich gerade darauf komme...
Jetzt bin ich also eingezogen in dieses Weblog. Mal sehen, wie lange ich das hier durchhalte.
Ein- bzw. Umzüge sind ja immer so eine Sache. Wenn man in die neue Wohnung kommt mit all den Sachen und den Umzugskartons, nimmt man sich ja immer allerhand vor. Zum Beispiel, daß man spätestens in zwei, naja, in drei Wochen alle Umzugskartons ausgepackt hat. Meist sind dann wirklich neunzig Prozent fertig, aber es bleiben immer noch fünf über. Drei schafft man dann in den nächsten zwei Monaten, zwei weitere wandern "erst einmal" in den Keller und die dritte in eine Ecke, weil man noch keinen Platz für den Inhalt gefunden hat. Beim nächsten Umzug werden die beiden Kellerkisten wieder eingeladen und die Eckkiste auch. Eigentlich heißt es ja, man könne solche Kisten gleich wegschmeißen, aber es könnte da doch noch was Wichtiges drin sein. Das wird dann als allererstes in der neuen Wohnung aussortiert und der Rest weggeschmissen. Ganz bestimmt!
Außerdem will man in der neuen Wohnung ja vieles noch verändern. Der Riß in der Tapete soll repariert, die knarrende Tür geölt und das Regal aufgehängt werden. Nach einiger Zeit hat man sich dann an das Knarren gewöhnt, vor den Riß einen Schrank gestellt und das Regal hängt zwar, aber ist schief. Sobald Zeit ist, wird auch das repariert. Und dann könnte man eigentlich mal die Türen abschleifen...
Aber bei dem Einzug hier in das Weblog ist das natürlich was ganz anderes. Die Lieblingsbücher und -CDs werde ich sofort aktualisieren. Ganz bestimmt! Und das Design ändere ich auch noch. Sobald Zeit ist...
Eigentlich wollte ich mich ja am Wochenende um dieses Weblog kümmern. Aber es ist ja Wochenende. Da war mal wieder viel zu viel, was viel wichtiger war als das hier. Also muß das wohl noch bis zur nächsten Woche warten.